Ein Blick auf die Geschichte

Gießlingskirche

Zentral zwischen Rhön, Thüringerwald und Kaufunger Wald gelegen kam dem Rotwildgebiet Seulingswald schon immer jagdlich und wildbiologisch eine große Bedeutung zu. Hier treffen sich die Fernwechsel aus weit entfernten Rotwildpopulationen. Schon im Mittelalter wussten die hessischen Landgrafen um den Wild- und Artenreichtum der Mittelgebirgslandschaft. Das zentral gelegene Wasserschloss Friedewald war Ausgangspunkt für feudale Jagden, bei denen Tagesstrecken von 400 Stück Hochwild erreicht wurden.

Das 20ste Jahrhundert brachte drastische Einschnitte in den Lebensraum, die Autobahn A4 trennte diagonal den Seulingswald und nach dem zweiten Weltkrieg wurden die alten Wege des Rotwildes durch die innerdeutsche Grenze jäh unterbrochen.

Die Forderung des Gesetzgebers nach Hegegemeinschaften wurde am 29.1.1982 in die Tat umgesetzt und die Rotwildhegegemeinschaft Seulingswald unter Vorsitz von Forstoberrat Karl Weidmann gegründet. In diese Zeit fiel der organisatorische Aufbau der Hegegemeinschaft. Ihm folgte 1991 der Leiter des Forstamtes Bad Hersfeld Forstdirektor Hans Klingelhöfer im Amt, dessen Ära geprägt war durch Stärkung der Eigenverantwortung der Jagdausübungsberechtigten, bei größtmöglichster Flexibilität. Insbesondere die effiziente und gute Zusammenarbeit mit der Unteren Jagdbehörde, vertreten durch Herrn Michael Gauler, wurde zum Modell für Hessen. Seit 2007 leitet Forstdirektor Dr. Hans-Werner Führer, Leiter des Forstamtes Rotenburg die Geschicke der Rotwildhegegemeinschaft.

Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze öffneten sich die alten Fernwechsel wieder und es ist bestimmt kein Zufall, dass der erste hessische Elch 2009 den Seulingswald durchquerte.

Nachhaltiges Denken in Bezug auf Lebensraum und Bejagung des Rotwildes ist das Leitbild der Hegegemeinschaft und das Bemühen, dass neben der Leitwildart Rotwild auch weiterhin Wildkatze, Luchs und die anderen heimischen Wildarten hier ihre Heimat finden.